Besuchsdienst

Hirtendienst

Von Hirten und Schafen

Eines der spannendsten und grundlegendsten Kapitel der Bibel mit Blick auf den Gemeindebau (so auch den Hirtendienst) ist aus meiner Sicht Epheser 4. Die Verse 1-16 zeigen auf, wie jeder einzelne es vermeidet, zu einer „eierlegenden Wollmilchsau“ zu werden und sich mit der Zeit dem Burnout-Syndrom zu nähern. Wie kann Hirtendienst ohne Überforderung bzw. Vernachlässigung einzelner funktionieren? Immerhin ist die Lindenwiese aktuell eine Gemeinde, mit der sich ca. 250 Menschen verbunden fühlen. Und jeder einzelne von ihnen ist von unschätzbarem Wert für unseren himmlischen Vater, der nicht will, dass auch nur eines seiner Kinder (bzw. irgendein Mensch) verloren geht (2. Petrus 3:9), sondern zur vollen Reife und Entfaltung (Berufung) gelangt.

Die spannende Frage lautet: Wie kann das alles gelingen?

Ich nehme das Ergebnis des Epheserbriefes (Vers 16) vorweg: Der Leib (die zum Herrn Gehörenden) soll sich „in Liebe selbst auferbauen“! Der Heilige Geist hat jeden einzelnen von uns zum Dienst befähigt und ihm sein „Maß“ zugeteilt, mit welchem wir einander dienen dürfen. Gottes Konzept ist perfekt: Keiner wird überfordert und gleichzeitig braucht sich keiner von uns nutzlos zu fühlen! Dies geschieht nur dann, wenn wenige meinen, alles machen zu müssen, oder die einen erwarten, dass andere alles tun. Die Folge wäre ein ausgebranntes oder konsumorientiertes Leben. Im Epheserbrief (Vers 16) steht, dass unser Vater jedem Glied (jedem von uns) ein „Gelenk des Dienstes“ gegeben hat. Diese „Gelenke“ verbinden uns, die einzelnen Glieder (aber nicht jedes mit jedem unmittelbar!), miteinander. Der Dienst aneinander verbindet und erbaut uns und somit den ganzen Leib. Das ist genial! Jeder wird gebraucht und ist begabt und keiner wird überfordert.

Somit sollte es unser oberstes Anliegen sein, die Glieder samt ihren Gelenken (Diensten) in der „Kraft, Liebe und Besonnenheit“ des Heiligen Geistes zu aktivieren/fördern, denn so „wirkt er (Jesus) das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.“ Auf den Punkt gebracht: eine Gemeinde, in der man sich umeinander kümmert und so der Hirtendienst durch alle wahrgenommen wird. Für spezielle Situationen sind selbstverständlich die leitenden Hirten gefragt.

Praxis

Aktuell sind wir in der Findungs- und Teambildungsphase! Aus hirtendienstlicher Sicht ist es unser Ziel, dass jeder in irgendeiner Weise im Leib integriert und mit Geschwistern verbunden ist, sodass wir im Sinn der Fürsorge aufeinander Acht haben. Wir befinden uns in einem Kampf um Menschenseelen. Und „lose“ Glieder sind in größter Gefahr. Deshalb sollte sich jedes wiedergeborene Kind Gottes integriert wissen und in einem Beziehungsgeflecht befinden. Gemeinschaft ist die Basis für die Darreichungen des Heiligen Geistes, welche er uns für andere, zur Erbauung und Weitergabe, zukommen lässt. Hier spielen Bereiche wie Hauskreis, Generation-Plus-Treffen, Tiefgängerkurs, Jugi, Royal Rangers usw. eine bedeutende Rolle, sowie die zahlreichen persönlichen Einzelbeziehungen. Ist jedes Kind Gottes integriert und die Leiter miteinander vernetzt, dann wissen wir beispielsweise, wenn ein Glied leidet, und können gemeinsam aktiv werden (im Gebet, Helfen, Besuchen usw.). Sehr viel Gutes existiert ja schon und ist in Bewegung. Also eine tolle Basis für den gemeinsamen weiteren Weg im Reich des Vaters.