Sommercamp

Ein Erlebnisbericht von Michelle:

Im Jahr 2013 war also das allererste Sommercamp des Stammes 464 Überlingen. Eine Woche lang von Samstag bis Samstag. Viele Leiter und ältere Pfadfinder gingen auch schon auf das sogenannte „Vorcamp“ ab Donnerstag hin, um Plätze für die Allgemeinheit aufzubauen, wie z.B. das Versammlungszelt und die Duschen.
Eigentlich war ich bisher eher Teamhelferin, sozusagen die zweite Leiterin. Jedoch konnte die „richtige“ Leiterin aus familiären Gründen nicht kommen. Nun stand mir, frisch gebackener, nicht einmal volljährigen, Leiterin mein allererstes Ranger-Sommercamp komplett allein mit meinem Team bevor!  Ich dachte mir, wie kann ich meinen Mädchen bloß die Leiterin sein, die sie eigentlich verdient haben? Als ich meine Angst, anderen Leitern, Teens und auch Gott erzählte, baten mir viele ihre Hilfe für die kommende Woche an. So war es dann auch und ich war total froh.
Die ersten zwei Tage bestehen eigentlich komplett aus dem Aufbau von Zelt, Feuerstelle, Essplatz mit Sonnenschutz und Hackplatz. So ein riesen Zelt, bei den Rangern Jurte genannt, kriegt man als Frau mit fünf kleinen Mädchen eigentlich gar nicht aufgebaut. Aber uns wurde den ganzen Aufbau über geholfen und auch die ersten Tage halfen uns die „Nachbarn“ immer wieder beim Holz hacken, Wasserkanister auffüllen und Feuer machen.
Es gibt ein ziemlich straffes Programm auf dem Camp nachdem Aufbau. Das Essen kocht jedes Team für sich selbst und muss dann auch spülen. Nachdem Essen steht meistens irgendein Programm an. Nachdem Frühstück versammelt sich das ganze Camp auf einem Platz. Wichtige Dinge werden besprochen und die Camppastoren halten eine Andacht. Dannach hat jedes Team Zeit für sich, um die Andacht zu vertiefen und  über Probleme im Team oder bei Einzelnen zu sprechen und zu beten. Nachdem Mittagessen gibt es meistens irgendein spaßiges Programm für die Kinder, wie z.B. eine Campolympiade oder irgendwelche Workshops. Abends nachdem Essen gibt es auch wieder eine große Versammlung und  dann ist der Tag auch schon rum.
Als Leiterin ist man eigentlich immer bei seinem Team und schaut nach jedem Einzelnen. Das fängt bei kleinen Sachen an, wie dass die Kinder genügend trinken, immer Sonnenschutz tragen und zumindest einmal ihr T-Shirt nach einigen Tagen wechseln. Aber auch zu schauen, wie es ihrem Herzen geht, ob sie Probleme haben und für sie zu beten. Oft muss man auch Streit schlichten.
Es ist nicht immer ganz einfach für so etwas die richtigen Worte zu finden und wirklich an all das zu denken, an das die Kinder nicht denken. Viel Privatsphäre und Zeit für sich bleibt einem da nicht. Aber auf der anderen Seite geht wirklich KEIN Kind verloren. Man fühlt sich wie in einer großen Familie. Ich fand es total persönlich. Bei 100 Leuten ist so etwas nichts Selbstverständliches! Außerdem ist es sehr schön zu sehen, wie die Kinder, als Team langsam zusammen wachsen und sich dir immer mehr anvertrauen. Manchmal hat es mich total überrascht, mit welchen Fragen und Problemen sich die Kinder schon in dem Alter beschäftigen.
Und ich bin wirklich dankbar für die Offenheit, von meinem Team, aber auch von anderen Kindern und Leitern auf dem Camp. Das Ziel der Rangerarbeit ist hauptsächlich NICHT irgendwelche Pfadfindertechniken zu lernen und in der Natur zu sein, sondern Kinder zu Gott zu bringen, sie dort zu halten und sie für den Dienst bereit zu machen. So ist es auch bei dem Sommercamp. Das ganze Camp über, wird in den Andachten, auf einen Höhepunkt hingearbeitet.Das sogenannte „Ratslagerfeuer“. Das ist ein Abend, mit einem riesigen Lagerfeuer, der speziell dafür gedacht ist, dass die Kinder ihr Leben Gott übergeben können. Ich bin mir sicher, dass Einige von prägenden Erlebnissen mit Gott erzählen können, wenn man sie fragt.

Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte und an meinen Herausforderungen wachsen konnte. Ich hatte noch nie so eine eindrucksvolle und erlebnisreiche Woche mit Gott.

Zusätzliche Informationen gibt es in der LiwNews Ausgabe / September 2013 / Seite 10-11