Männerwochenende

Rückblick Männerwochenende 2014 mit Albert Frey in Lech am Arlberg.

Die Quizfrage für viele Frauen in der Gemeinde war an diesem Wochenende:
Was passiert, wenn sich 46 Männer zu einem gemeinsamen Wochenende auf einer Hütte in den Bergen treffen? Chaotische Küche? Abgeholzte Alpenwälder durch eine Bataillon schnarchender Männer? Oder…?

Nichts von alledem, das diesjährige Männerwochenende in Stubenbach bei Lech am Arlberg fand schon im ersten Schnee statt. 46 Männer im Alter zwischen 16 und 68 Jahren fanden sich im Haus Marmotta des Württembergischen Christusbundes in Lech am Arlberg ein zum Thema „Zwischen Roller und Rollator“. Der Liedermacher und Autor Albert Frey konnte als Referent für das Wochenende gewonnen werden.
Das Organisationsteam mit Gerd B., Martin Pf., Markus Sch. und Klaus Sch. war bestens besetzt und die Küche wurde 5-Sterne-mäßig von Jochen W. aus der ETG Ludwigsburg bekocht.
Die Thematik führte uns relativ schnell in die Tiefe. Der Einstieg war geprägt von der Frage nach unserer Identität als Mann. Albert Frey fragte uns, wie wir unser Mann-Werden erlebt haben? Wie wir die eigenen Väter erlebt haben? Waren sie stark und männlich oder eher das Gegenteil? Ähnliche Fragen auch zum Mutter-Sohn-Verhältnis. Der Referent kam nicht mit fertigen Antworten, sondern lenkte uns mit seinen gezielten Fragen auf den eigenen Weg der Herkunft und Erziehung.
Vier Archetypen standen im Mittelpunkt der Referate:
der Kämpfende
der Liebende
der Weise
der König
Vier Archetypen, welche wir auch mit unseren Heldenfiguren aus Filmen und bekannten Romanen vergleichen konnten, sei es Star Trek oder Herr der Ringe: Es fanden sich die jeweiligen Charaktere zu den oben ge-nannten Archetypen. Nun stellte sich die Frage nach meinem Archetyp. Bin ich mehr der Kämpfende oder der Liebende? Hätte ich gerne mehr die Eigenschaften von einem anderen Typ? Was hat Gott in mich hineingelegt, wie wollte er mich als Mann? Wie war Jesus denn als Mann, welche Archetypen verkörperte er?

Albert Frey führte uns behutsam an diese Fragen heran, erzählte authentisch mit Beispielen aus seinem eigenen Leben und wirkte nie moralisierend und vorschreibend. Seine ruhige, aber bestimmte Art machte es mir leicht zu folgen, immer wieder ergänzt durch seine eigenen Lieder, die diese Gedanken und Gefühle zum Thema in der Musik vermitteln konnten.
Nach einem gemeinsamen Bergaufstieg im Schnee und Sonnenschein am Samstagnachmittag war der Abend geprägt vom Mann in der Lebensmitte. Ein Thema, das man(n) gerne verdrängt. Deshalb stürmt man so wei-ter, als wäre man gerade mal Mitte 20. Was haben die verschiedenen Lebenskrisen mit mir gemacht, bin ich weiser geworden, kann ich mich mehr zurücknehmen und andere, Jüngere, befähigen? Die Lebensmitte als Gelenkpunkt sehen und die drei Tugenden der Langsamkeit, Achtsamkeit und der Dankbarkeit pflegen? Ein anschließendes Albert-Frey-Lied mit diesen Worten im Refrain drückte dies sehr gut aus.
Der Themenhöhepunkt war am Sonntag im Gottesdienst, den wir gemeinsam vorbereiten und feiern konnten. Das Thema „König“ wurde passend für diesen Sonntagmorgen dargelegt am Beispiel von Jesus - wieder sehr eindrücklich von Albert Frey dargestellt mit den Fragen nach Ehre, Macht und Herrschen, gerade auch auf Jesus bezogen. Wie ließ er sich als König feiern? Anhand von Bibeltexten und Reflexionen wurde auch der Unterschied von verwalten der Macht und innerer Autorität sehr gut dargestellt.
Der spontan zum Gottesdienstraum umgebaute Speisesaal zeugte von der unendlichen Kreativität und Innovationsgabe von uns Männern. Am rustikalen Kreuz durften wir symbolisch unsere Belastungen ablegen und unseren Bitten für unser Mann-Sein mit Kerzen ein Zeichen setzen. Im Abendmahl in kleinen Gruppen ha-ben wir uns Vergebung, Verheißung und Bestimmung zugesprochen. Für mich und auch andere eine bewegende Gemeinschaft in einem Geist des Friedens und des Mit-sich-selbst-auch-versöhnt-Seins als Mann.
Dieses Wochenende hat mich zurückschauen lassen, hat mir geholfen, meinen Standort zu bestimmen, hat mir den Blick für Zukünftiges frei gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar und freue mich schon auf das nächste Männerwochenende.


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